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Seneca: De Vita Beata, vom glücklichen Leben

De Vita Beata

In diesem kleiner Auszug aus "De vita beata" (Vom schönen Leben, auch: vom glücklichen Leben) äußert sich der römische Philosoph Seneca über die Epikureer sehr wohlwollend:

"Mein Urteil jedoch ist, und ich sage zum Teil gegen viele meiner Landsleute, dass die moralischen Gebote Epikurs ein Heiliges und Richtiges vorschreiben und, wenn man es näher betrachtet, sogar Trauriges. Denn jenes Vergnügen geht auf etwas sehr Geringes und Dürftiges zusammen. Dasselbe Gesetz, was wir für die Tugend, schreibt er fürs Vergnügen vor. Er verlangt, dass es der Natur gehorche; es ist aber sehr wenig Üppigkeit, mit der die Natur sich befriedigt. Die Lebensweise eines Stoikers ist nicht anders beschaffen als das Leben eines Epikureers, der das vor Augen hat, was Epikur vorschreibt. Wenn derjenige, welcher ein faules und schlemmerisches und liederliches Leben führt, das Glückseligkeit nennt und dies Epikureismus nennt (dabei auf Epikur sich stützt), so sucht er nur eine gute Autorität für eine schlimme Sache und folgt nicht einem Vergnügen, das er von Epikur hat, sondern denen, die er selbst mit herbeibringt. 

StoaAnmerkung: Sich einer guten Sache zu bedienen und dabei etwas völlig anderes im Sinne zu haben - es ist ein zeitloses Phänomen, denn keine noch so gute Idee kann sich vor Vereinnahmungen schützen.

Seneca über die Epikureer

Stoaolche suchen nur ihre Schlechtigkeit unter dem Mantel der Philosophie zu verbergen; denn Epikurs Vergnügen ist mäßig und trocken. Auch dieser Name (denn durch ihn wenden sich viele dahin) ist es, welcher einer schlechten Sache gegeben wird. Sie suchen nur einen Vorwand, eine Ausrede, einen Titel für ihre Ausschweifungen, indem sie dies Leben epikureische Philosophie nennen. Wenn nämlich das Vergnügen zum Prinzip gemacht wird, so wird zugleich befohlen, dass Vernunft und Besonnenheit darüber wache; und es tritt eine Berechnung ein, wo sich Vergnügen finden könne, wenn z.B. ein Vergnügen mit Gefahren, Furcht, Angst und anderem Missvergnügen verbunden ist. So wird das, was reines und ungetrübtes Vergnügen machen könne auf sehr weniges reduziert. Ruhe des Gemüts in sich selbst zu erhalten, ist Epikurs Prinzip; und dazu gehört gerade, demjenigen und dem vielen zu entsagen, wovon die Menschen beherrscht sind und worin sie ihr Vergnügen finden, - frei, leicht und ruhig, ohne Unruhe und ohne Begierde zu leben."

Ebenso berühmt wie Senecas Schrift über das glückliche Leben (auch übersetzbar mit "das schöne Leben") ist seine Betrachtung "über die Kürze des Lebens".

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